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Wie fast jedes Jahr hatten wir uns nach Beobachtung der Großwetterlage am 20.August 2008 entschlossen, unsere schon fast zur Gewohnheit  gewordene Südtirolfahrt zu starten. 
Wir, das waren wiederum meine Motorradfreunde  Roman Reinhardt ,  Franz Regner und Franz Ebert.
Als Ziel hatten wir uns, wie sollte es auch anders sein, wieder den Aschbacherhof oberhalb von Rabland, wenige Kilometer westlich von Meran ausgesucht. Der kleine Ort Aschbach liegt in einer Höhe von 1360 Meter ü.M. und rund 1000 Höhenmeter über dem Talgrund.  Aschbach besteht nur aus wenigen Bauernhöfen, zwei Gasthäusern, einer Kirche und einer kleinen, vom Ort etwas abgesetzten Kapelle. Die 1000 Höhenmeter sind am Abend, wenn wir von der Tour zurückkommen, immer der krönende Abschluss des Tages. Der Weg nach oben ist eine ununterbrochene Anreihung von Kurven, wobei man schon auch achtgeben muss, denn die Strasse ist zwar geteert, hat aber meist nur eine Breite von knapp drei Metern.  Es ist eine richtige Bergstrasse: Auf einer Seite Steilhang auf der anderen Abgrund, die Kurven sind grundsätzlich unübersichtlich und bei Gegenverkehr kann es schon mal eng werden. Aber trotzdem macht es zum Tagesabschluss Spaß, da hinauf zu tigern. Es könnte natürlich auch die Vorfreude auf das Abendessen im Aschbacherhof sein, die uns antreibt, möglichst schnell den Berg hochzukommen.  Bei Ilke Braunhofer, der Betreiberin des Aschbacherhofes und ihrer Familie fühlen wir uns schon fast wie zuhause und werden, bei unserem meist überraschenden Auftauchen auch immer so aufgenommen. 
Der Aschbacherhof ist  der Ausgangsort für unsere Motorradtouren quer durch ganz Südtirol. 
Recht viel zu beschreiben gibt es heute nicht, denn fast alle Touren die wir dieses Mal befahren haben, sind schon einmal in meinen früheren Reisebeschreibungen erwähnt.
Zur Anfahrt nutzten wir dieses Jahr den Reschenpass, denn wir hatten diesen Pass noch nie von Nord nach Süd befahren. Über Garmisch ging es nach Ehrwald, da wir in Österreich tanken wollten. Es war recht „spannend“  zu testen, ob die 300 km Anfahrt mit einer Tankfüllung zu schaffen waren. Es ist schon rentabel, dort zu tanken, denn bis zu 30 Cent pro Liter machen auch bei dem recht kleinen Tank eines Motorrads schon einen ordentlichen Betrag aus. Weiter ging es in Richtung Fernpass, vorbei an Schloss Fernstein und über Siegmundsburg nach Imst , Landeck und irgendwann kommt  der  Kirchturm im Reschensee in Sicht. Pause, eine Kleinigkeit essen, etwas trinken mit anderen Bikern ratschen und weiter geht's, das Etschtal hinunter in Richtung Meran. Über Naturns, bis Töll, hier müssen wir die Hauptstrasse verlassen. Es geht nach rechts den Berg hoch in Richtung Aschbach.
Unsere Ankunft am Aschbacherhof kam für unsere Wirtin recht überraschend und auch die Frage  "Hast du ein Quartier für uns" wurde recht spannend, denn wir waren ohne irgendwelche Quartiervorbereitungen losgefahren. Aber wir konnten beruhigt sein, denn jeder von uns bekam dieses Mal sein eigenes Zimmer. An dieser Stelle möchte ich einmal erwähnen, dass natürlich am Aschbacherhof alle Motorradfahrer willkommen sind, allerdings sollte man nicht unbedingt ein Nachtschwärmer sein, denn die Möglichkeiten des Nachtlebens sind in so einem Bergdorf doch recht beschränkt.

Das Etschtal in Richtung Reschen.

Die Gaststube in unserem Quartier...

2008 Tirolfahrt mit Motorradfreunden.

Fahrt zum Kloster Neustift bei Brixen
Für Freitag, den zweiten Tag unseres Ausfluges, hatten wir uns eine kleinere Tour  zum Kloster Neustift bei Brixen vorgenommen. Die Anfahrt legten wir so, dass wir über das Penserjoch fahren konnten. Von Meran nach Bozen wählten wir nicht die dortige Schnellstrasse, sondern benutzten die parallel dazu verlaufende Landstrasse. Auf der im Osten des Tales verlaufenden Landstrasse kommt man nicht so schnell voran, aber es macht Spaß,  durch die doch schon sehr italienisch wirkenden Dörfer zu zuckeln. In Bozen bogen wir nach links in das Sarntal ein es ging in Richtung Penserjoch. Der Wechsel in großen Teilen des Tals zwischen Tunnel und Brücken, die über richtig tiefe Schluchten führten, würde noch mehr Spaß machen, wenn man stehenbleiben könnte, um hier die Natur zu bewundern. Dies ist aber nicht angebracht, denn die Südtiroler und auch die dort fahrenden Touristen haben einen ganz schön flotten Fahrstil und nur der Notfall sollte Ursache eines Halts sein. Zu der Pause auf dem Penserjoch gibt es nicht viel zu sagen: Das Wetter war schön und wer die Gegend kennt wird wissen, dass wir nicht an Einsamkeit leiden mussten.  Nach unserem Aufenthalt am Scheitel des Penserjochs  ging es hinunter nach Sterzing und weiter Richtung Süden. Bei einem kurzen Halt an der Franzensfeste beschlossen wir, ihr einmal einen Extra- besuch abzustatten. Am Augustiner Kloster Neustift übernahm ich die Motorradwache. Ich war vor nicht allzu langer Zeit mit einem Verein hier zu Besuch und hatte die Anlage noch in guter Erinnerung. Bei der Weiterfahrt durch das Eisacktal kommt man ja an recht vielen Schlössern und Burgen vorbei. Diejenigen, die diese Burgen und Schlösser gebaut haben, wussten auch schon wo es schön ist! Ich machte mir während der Fahrt so meine Gedanken über den Bau dieser Gebäude. Es musste eine Heidenarbeit gewesen sein, die Bauten auf diese steilen Felsen zu platzieren, alles ohne Kran oder Hubschrauber, nur mit reiner Muskelkraft. Das war sicher nicht leicht und dauerte wahrscheinlich auch seine Zeit.
Über Bozen und Meran ging es dann zurück zum Quartier.


Am Samstag ( 3. Tag ) war ein motorradfreier Tag angesagt,

 aber nicht freiwillig, sondern wetterbedingt: Es gab Gewitter und der Regen kam früher als angesagt. So fuhren wir mit der Seilbahn hinunter nach Rabland und von da mit der Bahn nach Meran um dort den Tag zu verbringen. Zu unserer Überraschung blieb der Meraner Kessel vom Regen verschont und wenn man in die seitlich abgehenden Täler schaute, konnte man sehen, das es dort erhebliche Niederschläge gab. Wir machten uns auf, einen Teil der Kurstadt zu erkunden. Der Passerpromenade folgten wir bis zum Steinernen Steg, vorbei am Pulverturm, Besichtigung der Nikolauskirche, dann durch die Laubengasse. Von hier aus  orientierten  wir  uns wieder in Richtung Bahnhof. Wir suchten ein Busverbindung zum Museum und Botanischen Garten in Schloss Trauttmannsdorf. Dort angekommen war es schon nach 14 Uhr und wir beschlossen, zunächst das im Schloss untergebrachte Museum über den Tourismus und über die Kaiserin Sissi zu besichtigen. Zumindest die Ausführungen  über den Beginn des Tourismus nach Südtirol waren von großem Interesse, wusste ich doch noch aus eigner Erfahrung, mit welchen Vehikeln ich mit meinen Eltern das erste Mal nach Italien gefahren war. Als wir unseren Rundgang beendet hatten und das Schloss verließen, hatte der Regen auch den Kessel von Meran erreicht und wir machten uns mit der Überzeugung, heute auch mal etwas für unsere kulturelle Bildung getan zu haben, auf den Rückweg.

Einige Bilder aus Meran sollen diesen Tag abrunden

Sonntag, große Dolomitentour ist angesagt...

Am Samstagabend nach unserem " Kulturtag", überlegten wir am Biertisch, was wir am nächsten Tag unternehmen wollten. Wenn man dem Wetterbericht und den örtlichen Bewohnern glauben konnte, müsste recht schönes Wetter kommen. Zuhause hatte ich mir als Tagesziel Lusern, eine alte Sprachinsel, mit einer zu einem Museum umgestalteten Wehranlage aus dem Weltkrieg ausgesucht. Aber diese Tour haben wir auf einen späteren Zeitpunkt zurückgestellt. Wir entschlossen uns für die große Dolomitentour und lagen recht gut damit. Ein wenig spielte auch mit, dass wir die gleiche Tour vergangenes Jahr auch fahren wollten, aber nach einiger Zeit total im Regen abgesoffen waren. Damals hatten wir abgemacht, beim nächsten schönen Wetter die Fahrt zu wiederholen! Wir hätten es nicht besser erwischen können. Ich war doch schon einige Male in den Südtiroler Bergen, aber so eine gute Sicht wie dieses Mal hatte ich noch nie. In Fliegerkreisen, in denen ich mich ja auch bewege, sagt man zu solchen Wetterlagen: "Eine Sicht von Pol zu Pol, nur durch die Erdkrümmung behindert " . Und so war es auch: Die Berge, die sonst in einem mehr oder weniger starken blauen Dunst zu sehen sind, waren heute zum Greifen nahe. Wie immer habe ich eine Fotos von der Tour eingestellt. Es ist nur schade, dass das Fotografieren während der Fahrt vom Motorrad aus nicht recht möglich ist. Trotz intensiver Überlegungen ist mir dazu noch keine brauchbare Lösung eingefallen. Es gäbe manches Mal schon wirklich schöne Motive, aber man will ja nicht immer stehenbleiben.

Rast am Nigerpass mit Blick in das Eisacktal.

Montag, es geht wieder in Richtung Heimat..

Montag ging es zu unserem Leidwesen wieder in Richtung Heimat. Wir machten aber noch ein schöne Abschlußtour daraus. Wir fuhren nach Meran,  vorbei an Dorf Tirol weiter im Passeiertal Richtung Jaufenpass. Kurze Pause auf der Passhöhe, runter nach  Sterzing. In Innsbruck  am Rande des Innsbrucker Flughafens Mittagspause, danach Zirlerberg, Garmisch, München und Sulzbach- Rosenberg....


Tirolfahrt
2008

Unser Eintrag ins Gästebuch des Aschbacherhofs

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