Die Jubiläumsveranstaltung zum 10jährigen wollten wir uns trotz der schlechten
Erfahrungen des letzten Jahres (2009 war die Veranstaltung wegen Dauerregen
regelrecht abgesoffen) nicht entgehen lassen.
Wir, das waren meine Motorradkumpels Sepp, Roman und ich. Leider konnte
unser Metzgermeister Josef aus Götzendorf nicht mitfahren, weil er einen
Termin in seiner Metzgerei versehentlich so gelegt hatte, dass er sich mit der
Garmischfahrt überschnitt. Da konnte man nichts machen, der Beruf kam vor
dem Hobby. Für uns hatte es schon einen gewissen Nachteil. Vergangenes Jahr
brauchten wir uns keine Gedanken über unsere Fahrtverpflegung machen. Für
unseren Metzgermeister war es eine Ehrensache, dass er uns spitzenmäßig mit
Essen versorgte.
Dieses Jahr mussten wir eben wie immer zuvor, selber für unser „Überleben“
sorgen. Aber wie man sieht, haben wir es ja ganz gut geschafft!
Sechsmal waren wir schon bei den BMW Days. Einzig dieses Jahr sind wir
nach Garmisch und auch wieder zurück gekommen, ohne auch nur einen
einzigen Tropfen Regen gesehen zu haben. Unsere sechs vorangegangenen
Fahrten endeten jedes Mal in mehr oder weniger starken Regenfällen. Das sollte
man im Kalender tatsächlich rot markieren.
Einiges zur diesjährigen Veranstaltung: Sie stand ganz unter dem Eindruck des
30jährigen „Geburtstags“ der BMW GS. Man muss sich das einmal vorstellen:
Seit „DREISSIG“ Jahren wird das Teil schon nach dem gleichen Konzept
gebaut und die Nachfrage ist ungebrochen. Wenn das kein Erfolgsmotorrad ist,
was dann?
Und 10 Jahre „BMW Motorradtreffen“, wie es eigentlich bezeichnet wurde sind
natürlich auch schon ein Anlass, kräftig zu feiern!
Das Festzelt war wie immer brechend voll und für mich war es wie immer
einfach zu laut. Das war aber kein Beinbruch, man bekam sowieso keinen
Sitzplatz. Wesentlich ruhiger ging es da schon am Lagerfeuer zu. Hier sang ein
Amerikaner (Name ist mir wieder einmal entfallen) zu seiner Gitarre vor einem
Publikum, das man ruhig als Stammpublikum bezeichnen konnte. Dass es sich
hier um Leute die schon öfter hier waren handelte, konnte man daran sehen,
dass ein Großteil der Gäste die eigenen Sitz- gelegenheiten mitgebracht hatte.
Für das anstehende WM Fußballspiel hatte man leider im Bierzelt keine
Möglichkeit für das „public viewing“ geschaffen. Dafür hatte man den großen
Platz, den auch der Kunstfahrer Chris Pfeifer benutzte, frei gemacht und die
Leute konnte hier vor einer großen Videowand das Spiel verfolgen. Hier stand
ich auch mitten im Gewühl. Wenn ein Tor fiel hatte man das Gefühl, im Stadion
zu sitzen!
In der Presse und auch in Internetberichten hatte ich gelesen, dass die
Teilnehmerzahl im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal gestiegen wäre. Man
sprach von 35000 Bikern. Dazu kann ich nur sagen, dass unser Eindruck
gegenteilig war. Es waren eher weniger Teilnehmer als sonst. Das konnte man
am Sonntagmorgen am Parkplatz der Eishalle sehen, der kaum belegt war.
Am Samstagfrüh zählte ich auf diesem Parkplatz gerade mal 10 Motorräder. An
den Parkplätzen am Festplatz hatte man den Eindruck, als wären sie tagsüber
mehr belegt als abends, was für mehr Tagesbesucher sprechen würde! Aber das
ist ja auch nicht wirklich wichtig, wenigstens nicht für uns!
Recht interessant wurde es für uns am Sonntagmorgen. Wir holten unsere Bikes
in die Nähe unserer Zelte, um sie für die Heimfahrt zu beladen.
Doch oh weh, Roman hatte beim Abstellen der Motorräder irgendwie sein
Standlicht eingeschaltet und die Batterie war total leer! Nicht einmal
die Digitaluhr zeigte noch Leben. Versuche, das Rad anzuschieben scheiterten
kläglich. Also musste Strom her. Überbrückungskabel sind unter Motorradfahren
jedoch nicht weit verbreitet. Ein junger Italiener beobachtete uns, sagte
irgendwas auf Italienisch und zwei Minuten später war er mit einem Kabel
wieder bei uns. Wir hielten einen Autofahrer an, baten um eine Stromspende und
die Yamaha erwachte wieder zum Leben. In der Zwischenzeit hatten wir
unseren Kumpel Sepp ins BMW Lager geschickt, um ein Kabel zu besorgen. Ein
Kabel bekamen wir vom BMW Service nicht, aber ein perfekt eingerichteter
BMW Servicewagen steuerte uns an. Da unser Motorrad inzwischen schon lief,
wollten die BMW Techniker gerade wieder abfahren, als Roman durch ein
Versehen das Bike absterben ließ. Nun kam der BMW Service doch noch zum
Einsatz und ruck zuck lief das Motorrad wieder. Roman hatte zuerst leichte
Bedenken, dass die BMW Techniker vielleicht Späßchen über seinen Japaner
auf einer BMW Veranstaltung machen würden, aber weit gefehlt. Die Herrn
waren sehr professionell und hilfsbereit. Vor unserer Abfahrt kauften wir noch
ein Überbrückungskabel an einer Tankstelle, denn an Sepps GS kamen wir recht
gut an die Batterie heran. So waren wir für die Heimfahrt autark und konnten
uns selber helfen, sollte es erneut nötig sein. Nach einer guten Stunde Fahrt war
die Batterie wieder damit einverstanden, den Dienst, für den sie vorgesehen war,
wieder aufzunehmen. Inzwischen war es schon fast Mittag und wir fuhren einen
Gasthof in Neufahrn an, um das versäumte Frühstück/ Mittagessen nachzuholen.
Die weitere Heimfahrt verlief problemlos.
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