Es war wieder soweit: Das große BMW Event 2009 stand vor der Tür.
Sepp Hollweck mein alljährlicher Begleiter teilte mir mit, dass sein Dorfnachbar Josef
Engelhard auch gerne mit uns nach Garmisch fahren würde. Das war mir natürlich recht, denn
mir macht es immer sehr viel Spaß, zu solchen Events mit mehreren Leuten zu fahren. Außerdem
ist Josef Engelhard Metzger mit eigenem Geschäft in Amberg. So war unser Fahrtproviant
natürlich gesichert :--))) Ich informierte auch meinen Motorradfreund Roman, dass wir zu dritt
nach Garmisch fahren würden. Vielleicht hatte er ja Lust, dieses Spektakel auch einmal zu
besuchen? Roman meldete zuerst Bedenken an, da er ja kein BMW Fahrer war. (Er fährt eine
Yahama). Aber nachdem ich ihm versichert hatte, dass ich von meinen früheren Besuchen dort
wusste, das alle Motorradfahrer egal welcher Marken gern gesehen waren, fand er es schon
interessant dort dabei zu sein! Jetzt musste noch das Problem der Übernachtungen geklärt
werden. Roman wurde zweimal enttäuscht: Erstens war es unmöglich, in Garmisch für diese
drei Tage ein Zimmer zu bekommen und zweitens war es unsinnig, 30 km entfernt bei Bekannten
zu übernachten angesichts der Tatsache, dass man nach Livemusik und Bierzelt wohl kaum in
der Lage sein würde, die Strecke zu bewältigen. Roman entschloss sich schließlich ebenfalls,
mit uns zu zelten!
Aus seiner Sturm- und Drangzeit hatte er noch die passende Ausrüstung im Keller liegen. So
trafen wir uns am Freitag den 3.7. bei mir in Obersdorf und legten nach einer kurzen
Besprechung los.
Die Anfahrt verlief wie in den vergangenen Jahren problemlos, nur das Wetter spielte wieder
einmal verrückt. Dass wir bei unseren Garmischfahrten wenigstens einmal nass werden würden,
war ja schon Gewohnheit. Aber diese Jahr bestand das Wetter eigentlich nur aus Regen oder
wenigstens zum weitaus größeren Teil. Die Fahrt selbst ging bis kurz vor Garmisch noch recht
trocken vonstatten, auch wenn man immer wieder befürchten musste, dass es gleich zu regnen
beginnen würde. Dann kurz vor Garmisch auf der Höhe von Kochel war es soweit: Vor uns
tobte ein Gewitter und es begann immer stärker zu regnen. Wir fuhren unter eine Brücke und es
dauerte keine 5 Minuten und wir hatten eine Menge anderer Motorradfahrer als Gesellschaft.
Nach ca. einer Stunde wagten wir dann den Versuch der Weiterfahrt, aber nach höchstens 5
Kilometer benötigten wir noch einmal eine Unterführung um uns unterzustellen.
Nach einer weiteren halbstündigen Pause riskierten wir die endgültige Weiterfahrt bis nach
Garmisch. In Garmisch am Ort des Geschehens angekommen, machten wir die erste neue
Erfahrung. Man hatte einen Sicherheits -dienst verpflichtet, der für Ordnung sorgen sollte.
Dieser jagte uns gleich einmal von dem Parkplatz, den wir uns ausgesucht hatten, weg. Das war
der Zugang zum Campingplatz! Später sahen wir, dass dieser Platz trotzdem zugeparkt war.
Wahrscheinlich hatte der Herr „Security“ es satt, die anfahrenden Biker von dort zu vertreiben
und hatte aufgegeben. Auch neu war, dass wir pro Zeltplatz 7,50 € zu löhnen hätten und
„irgendwo“ das Geld abliefern sollten!! Ich befürchte, dass die Finanzkrise zu BMW
vorgedrungen ist und sie durch die neu eingeführten Zeltgebühren nun ihr Event wohl finanzieren
wollten!! :--((
Beim Treffen lief alles nach den immer gleichen Regeln ab. Interessant waren die Neuheiten
wie z.B. die F 800 und die neue S1000 RR, die in Garmisch vorgestellt wurden.
Aber für mich als Boxer-Fan haben diese Fahrzeug mit einer BMW nichts mehr zu tun.
Reihenmotor, Kettenantrieb und 193 PS! Wer braucht denn so was, wenn er nicht gerade
auf der Rennstrecke ist? Aber man will wahrscheinlich nicht hintern den Japanern
zurückstehen!
Was solls…………………………….
Interessant waren die Vorführungen: Ob es nun die Crossfahrer in dem extra dafür
aufgebauten Parcours waren oder die Geländefahrer am Hang des Hausberg und nicht
zuletzt der Kunstmotoradfahrer Chris Pfeifer. Sehenswert war dies alles allemal.
Nicht unerwähnt lassen will ich auch einen nicht so schönen Vorfall. Irgendwann in der
Nacht von Samstag auf Sonntag machten sich einige wohl angetrunkene Rabauken einen
Spaß daraus, Motorräder umzuwerfen. Hier wäre die Security zum Aufpassen wohl besser
eingesetzt gewesen als nur als Parkplatzwächter!! Ich weiß nicht, wie es an den anderen
Abstell-und Zeltplätzen war, aber allein auf dem Weg vom Festplatz Richtung Eissporthalle
zählte ich 6 umgeworfene Motorräder mit nicht unerheblichen Schäden. Die Überraschung
am Morgen war bestimmt nicht zur Freude der Besitzer!
Die Heimfahrt war, wie sollte es dieses Jahr anders sein, auch wieder eine größere
Regenfahrt. Da wir die Heimfahrt immer nutzten uns ein Ziel auszusuchen, welches wir
besichtigen wollten, hatte ich mir eine Tour zusammengestellt, die uns zunächst zur
Erdfunkstelle Raisting am Ammersee führte. Danach wollten wir uns noch die KZ
Gedenkstätte in Dachau ansehen. Bis Raisting war ja noch alles ok, aber in Richtung
Ammersee sah man schon, dass sich das nächste Gewitter zusammenbraute. So war es dann
auch. Als wir im strömenden Regen an den Wegweisern zur Gedenkstätte vorbeifuhren, war
uns alles vergangen und wir waren uns auch ohne viele Worte einig, dass wir nur noch in
Richtung „nach Hause“ wollten! In der Hallertau hörte dann der Regen auf und wir fuhren
über Regensburg in die Gastwirtschaft am Adlersberg. Hier machten wir Brotzeit und waren
so gut wie zu Hause.
Nachzutragen wäre noch, dass unsere zwei Garmisch-Neulinge trotz aller Widrigkeiten
recht zufrieden waren und unbedingt das Ganze nächstes Jahr wiederholen möchten!
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